Die 10 Frequenztrends für Österreich
- Österreich hat über 100 Stadtgemeinden mit einem Zentrum Innenstadt. Größere Städte haben dazu noch neben dem eigentlich „Zentrum“ mehrere Geschäftsstraßen. Die Frequenz ist 2009 auf das Niveau von 2004 gesunken. – Das heißt: trotz Raumordnungsgesetzen und „Stadtmarketing“ geht es vielen Städten schlechter als je zuvor.
- Die Top-Frequenzstandorte ab 60.000 Wochenfrequenz aufwärts verzeichnen nach wie vor eine große Nachfrage. Daher steigt die Miete ab 60.000 Wochenfrequenz überproportional.
- Hauptproblem in allen Städten - außer den TOP Standorten - ist das Mittagsloch, das an manchen Wochentagen schon um 10.00 Uhr vormittags einsetzt. Noch immer wird in den meisten Städten eine lange Mittagspause gemacht und die Frequenz erholt sich nach der Siesta nicht mehr.
- Die meisten Bauernmärkte bringen nur eine sehr geringe Mehrfrequenz gegenüber den anderen Wochentagen und benötigen dringend einen Relaunch. Zudem haben sie nur dann einen positiven Effekt auf die fehlende Mittagsfrequenz, wenn die Aussteller bis zum Nachmittag bleiben.
- In den meisten Innenstädten fehlen Markenmagneten im Branchenmix sowie ein entsprechendes Gastronomieangebot über Mittag das die Besucher in der Innenstadt verweilen lässt. Speziell am Nachmittag und am Freitag und Samstag macht sich das fehlende Branchenmix der Innenstadt in einer schlechten Frequenz bemerkbar.
- Es gibt keine Innenstadt in Österreich, wo nicht genügend Platz für die Entwicklung einer innerstädtischen Shopping-MALL moderner Prägung schaffbar wäre. Noch immer ist der Wetterschutz über die Gehsteige kein Thema für erstklassige Geschäftsstraßen in Österreich.
- Immer wieder wird das vergessen: Geschäftsstraßen sind nicht nur „Geschäftsstraßen“. Sie beherbergen sehr wertvolle gehobene Dienstleistungsarbeitsplätze in den Obergeschossen der Immobilien.
Geht es der Geschäftsstraße und Zentrum gut, dann geht es auch den Obergeschoßen gut, was gehobene Arbeitsplätze bringt !
Das ist ein Zukunfts – Wirtschaftsprogramm, bei dem mit relativ kleinen Förderansätzen in Relation zum nachfolgenden Investvolumen und im zu lukrierenden nachfolgenden Steuervolumen ein extrem hoher Multiplikator folgt ! - Nachdem bereits rund 70 % der Arbeitsplätze in Dienstleistungen heute und morgen geboten werden, ist es angebracht darüber nachzudenken, ob eine Bundesförderung der Stadterneuerung wie hier beschrieben nicht mehr qualifizierte Arbeitsplätze schafft, als ein ausschließliches Denken in Industrieförder- und Forschungsprogrammen.
- Daher ist die Frage zu stellen, ob uns nicht gerade in Wirtschaftskrisenzeiten ein Stadtteil-Entwicklungsprogramm auf Bundesebene die Krise schneller als gedacht meistern lässt.
Früher brachte eine starke Wohnbauförderung das „Wirtschaftswunder“ einer Vollbeschäftigung zustande. Jetzt wäre ein Infrastruktur – Stadtteil- und Zentrums – Entwicklungsprogramm in rund 100 Städten in Österreich dringend gebraucht. - Niederösterreichs „NAVES-Fördertopf“ war einmal Vorreiter für Förderungen für „innovative Orts- und Stadtmarketingprojekte“ von selektierten Städten und Gemeinden auf Bundeslandebene.
Heute geht es darum, dass in ganz Österreich auch auf Landesebene – und zwar für ALLE Stadtgemeinden im Bundesland Investitionsschwerpunkte gebildet werden. In Milliardenhöhe könnten Innenstadtprojekte PRIVATER INVESTOREN (!) in Gang gesetzt werden, wenn die entsprechenden Stadtteilplanungen mit durchkalkulierten Konzepten erfolgen. Nicht nur die Aufbereitung ist wichtig, sondern auch die anschließend eingeleitete Umsetzung, die bei einem „BID“ eine Dauer von 2 bis 4 Jahren in Anspruch nimmt.
Der Nutzen: BID-Stadtteilprojekte bringen vielfach dutzende Millionen an Investitionen in Bewegung. Sie schaffen erst Bau- und dann qualifizierte Dienstleisterarbeitsplätze.
Gesellschaftlich ist das Bilden einer Stadt und von Stadtteilen mit kurzen Wegen ein hohes Ziel – auch um einen Weg aus der Wirtschaftskrise zu finden.
Die Eigentümer und die Immobilientreuhänder als deren Verwalter gehen mit hoher Sicherheit mit, wenn ihnen – eben durch die wirtschaftliche Masterplanung eine vernünftige Perspektive für die Zukunft ihres Stadtteils gegeben wird. Statt gespart und devastiert, wird dann wieder in das Zentrum investiert.
Alleine wenn in jeder Stadtgemeinde Österreichs 50 Millionen Euro durch die privaten Liegenschaftseigentümer in derartige Stadtteil-Masterpläne investiert werden, erhält Österreich eine Finanzspritze von 5 Milliarden Euro!
